Schmerzliches….

 

ereilte uns Autoren mit der Nachricht, dass unsere geliebte Autorenfreundin Sonja Courvoisier im Juli 2014 für immer eingeschlafen ist.

Ihr Tod kam plötzlich und überraschend, noch bis eine Woche zuvor hatte sie mit uns gelacht, an Texten gearbeitet und selbst eine Kurzgeschichte vorgestellt. Wir wussten um ihre Pläne, die sie mit ihrer Familie noch schmiedete. Sie erzählte vom Kalenderprojekt 2015, von neuen Lesungen und von einer Lesezeichen-Ausstellung, die sie mit uns im Kraftwerk e.V. noch veranstalten wollte. Die Laudatio dafür war vielleicht schon geschrieben.

Doch dann kam alles anders….und wir Autoren müssen nun mit einer Lücke an unserem großen Tisch im Hartmann-Café zurechtkommen.

 

Sonja kam nach einem Umzug zu uns, sie suchte den literarischen Austausch, war sie doch im Chemnitzer Umland schon mit ihren kreativen und stilvollen Lyrik-Lesungen bekannt. Nun neu in Chemnitz wollte sie sich finden, ihr Schreiben vervollkommnen, Freunde und Gleichgesinnte treffen.

Von Anfang an waren wir uns sehr sympathisch und Sonja passte perfekt in unsere illustre Runde. Sie bereicherte durch ihre Wortgewandtheit, sichere kulturelle Kenntnisse und dem Sinn fürs Detail. Ihre Gedichte zeigten sanft und klar, was sie und uns alle umgibt, das manchmal aber untergeht in unserer lauten Welt.

Ihre Kritiken, Meinungen und Ideen waren immer erwünscht und beinhalteten oftmals den Tipp oder das Wort, das man zuvor verzweifelt gesucht hatte.

Vielen Dank liebe Sonja, dass wir dich über 5 Jahre kennen lernen durften. Ein Trost bleibt: du bist in unseren Herzen und auch deine Gedichte überdauern ewig.

 

An dieser Stelle der Homepage kommen nun die SFC Autoren zu Wort. Zu lesen sind Texte,

die für oder über Sonja entstanden sind. (LJC)

 


Eva Lindner

 

Alles ist endlich

Noch immer scheint es,
im nächsten Moment
betrittst du den Raum,
und bereicherst
mit deinen Worten,
mit deinen Plänen,
mit deinem Lachen
unseren Abend.
Ich seh‘ uns danach
noch die Straße entlang gehen.
Dabei sind bereits
zwei Jahre vergangen
und noch immer -
ist alles unfassbar!

 


 

Lenard James Cropley

 

 

In alle Ewigkeit

Sonja gewidmet


 

Ich stehe vor deinem Haus

in dem du nicht mehr wohnst

Es weht ein eisiger Wind

und meine Augen tränen


 

Ich stehe in deinem Zimmer

in dem du nicht mehr schreibst

Es wirbelt der graue Staub

und meine Augen tränen


 

Ich stehe vor deinem Grab

in dem du nun bist

Weinend beginne ich

zu begreifen

 

 


Marita Tuchscherer

 

Weshalb

 

Weshalb geht es einfach weiter?

Alles wächst und grünt

es grünt und wächst und blüht

und müsste doch welken.

Weshalb starb nicht alles ringsumher,

als du aufhörtest, zu atmen.

Es geht

einfach

weiter.

 

 

 

Wo wir uns finden wohl unter Linden...

 

Wir fanden uns.

Unter schützendem Blätterdach

auf grünem Rasen.

 

Ein warmer Sommertag.

Wir frösteln.

Worte erklingen.

Von dir geschrieben.

 

Kannst du sie hören?

Und kannst du

die Farben sehen

der Blumen?

Der unzähligen Blumen,

die lautlos

in dein Grab fallen.


An Sonja

 

 


 

Kerstin Drechsler

 

Ungefragt
(an Sonja)

Sich begegnet
und ganz leicht
ins Gespräch gekommen,
da war Wärme
da war Herzlichkeit.

Sich wieder getroffen
und angefangen
einander nah zu sein.

Und dann ...
bist du gegangen.
Ungefragt.
Und viel zu früh.

In Liebe Kerstin

 


 

Effi Winkler

 

Für Sonja

So wenige Worte

Brauchtest Du zum Schreiben

So wenig Zeit

für Deinen letzten Gang

Du kanntest die Antworten

Auf meine ungestellten Fragen

Wir glaubten wir hätten Zeit

Doch wir irrten uns

Nun weiß ich, wie kurz es ist

Ein Leben lang

 

 

Die letzte Vernissage

Das Echo der Stille ist laut
Lasst uns lächelnd an Dich denken
Wohl wissend Du bist da
und sagst

Mit
ausgebreiteten Armen
fliege ich
über die Dächer
der Stadt
Das Blau
des Himmels verschmilzt

mit den Tönen
des Geigers
Und ganz leise
regnet es Blumen,
Genau wie bei Chagall.


 

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